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Geschrieben von: Lisa Tralci
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Licht- und wärmesuchend sind wir auf dem Weg Richtung Weihnachten und Jahresende. Wenn wir am 24. dieses Monats einen geschmückten Weihnachtsbaum bestaunen, pflegen wir eine Tradition, die erst im 19. Jahrhundert allgemein üblich wurde. Deren Urform aber – das Aufhängen von grünen Zweigen und das Anzünden von Kerzen – ist viel älter und versprach den Menschen Schutz vor jenen bösen Geistern, die besonders in den Nächten zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar ihr Unwesen getrieben haben sollen. Ob diese Geistwesen der Aufklärung zum Opfer gefallen sind? Oder sind sie vielleicht neugekleidet und mit anderen Namen versehen eine viel relevantere Bedrohung unseres Daseins geworden? Wenige Tage trennen uns von einer neuen Jahreszahl. In die Annalen geht ein Jahr ein, dessen Geschehnisse fern und nah ihre Spuren hinterlassen haben; Ereignisse, die überdeutlich sichtbar machen, wie dünn das Eis unter unseren Füssen zeitweise ist. Nicht Geistwesen aus der Unterwelt sind es, die eine blutrote Spur durch den Herbst gelegt haben. Nein, sie tragen Kleider und Namen wie wir, kennen unsere Sprachen und wissen um die Achillesferse der Moderne. Es sind die Geister unserer Zeit, sie heissen Terror und Mord, Gewinnsucht, Egoismus und Grössenwahn. Es gilt eine immense Diskrepanz auszuhalten: die idealisierten Vorstellungen darüber, wie der Mensch sein könnte und das ernüchternde Hinsehen darauf, wie er eben ist und handelt. Vermögen Barockengel und Weihnachtskugeln, Bienenwachs und Geschenke diese harte und kalte Realität für Momente einzuebnen oder gar vergessen zu machen? Oder sind vielleicht genau sie die kleinen Hoffnungszeichen, die uns – trotz allem! – nicht in abgrundtiefe Verzweiflung sinken lassen? Weil tief in uns eine Sehnsucht schlummert nach einer guten Ordnung, nach zeitlosem Aufgehobensein, nach einer Heimkehr an die Orte unseres Ursprungs? Ich kann diese Zeit nur mit diesem Blick ertragen und gestalten; wissend um innere und äussere Zerrissenheiten und um das Ähnliche in den Menschen um mich.
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