Lisa Tralci

Blog
ARGAblog: Wegspuren PDF Drucken
Dienstag, 22. November 2011 um 13:56 Uhr

Aufnahme: CM

 
ARGAblog: In einer Nacht PDF Drucken
Dienstag, 25. Oktober 2011 um 13:43 Uhr

 

Ein Beitrag, um nicht über unser System zu schreiben, in dem denen, die viel haben, dazugeschenkt wird und denen, die wenig haben, nicht nur nichts gegeben, sondern auch noch genommen wird. 

 

In einer Nacht wie dieser ist es sinnlos, an Schlaf zu denken. Es ist unmöglich, sich vor der Vergangenheit zu verstecken, wenn alles offenliegt, alle Enttäuschungen und Sehnsüchte, Erfüllung, Glück und auch der ewige Schmerz darüber, dass etwas fehlt oder vergeht, der uns auch in den glücklichsten Momenten erfasst, oder vielleicht gerade dann - wenn man glaubt, vor allem geschützt zu sein, und nicht möchte, dass sich etwas ändert: kurze Augenblicke, die das Leben über sich selbst hinwegheben, und in denen wir uns ebenso lebendig fühlen wie auf unerklärliche Weise untröstlich. Als der schwache Schein der Dämmerung ins Zimmer dringt, öffne ich die Lider, beobachte das Licht, wie es langsam über die Fensterbank wandert und alles transparent und unerreichbar wirken lässt.
Ich blicke hinaus in den Garten, am Fensterglas glitzern Tröpfchen, und bald ist es so hell, dass die Blätter gelb leuchten, als gingen die wuchernden Sträucher in Flammen auf. Vielleicht brennt auch die Stadt um mich herum, oder mein Verstand, wild jagende Gedanken. Ja, falsch gedacht, dass Gedanken im Alter nicht schnell sind, im Gegenteil. Erst dann fliegen sie wirklich und finden ihre endgültige Form, so wie die Sinfonien grosser Komponisten.

 AutorIn unbekannt.

 
ARGAblog: Schwarz-Weiss PDF Drucken
Freitag, 01. Juli 2011 um 09:32 Uhr

 
Einige VertreterInnen der Politgilde erfreuen sich einer neuen Idee: eine schwarze Liste, auf der säumige Krankenkassenprämien-nicht-ZahlerInnen aufgeführt wären. Vordergründig zur Vorwarnung von Spitälern, Notfallstationen oder ÄrztInnen. Nicht unerwünschter Nebeneffekt: der Pranger und die erzieherische Komponente. Einmal mehr sieht die Sache, von ganz nah betrachtet, etwas komplexer aus, als sie sich in den Reden und Schlagzeilen präsentiert. Einzelne RednerInnen versteigerten sich zur Aussage, dass es wohl nicht angehe, dass Leute statt die Krankenkassenprämien zu bezahlen, in die Ferien führen oder gar ein Auto kaufen würden. Ich sehe Menschen, denen das Geld auch bei kargen Ansprüchen einfach nicht reicht, weil sie keine Arbeit haben, von Sozialhilfe leben müssen oder trotz Arbeit nicht auf einen existenzsichernden Lohn kommen. Oder eine andere Gruppe, deren Partner (es sind meist Männer...) das Geld ins Spielcasino, Restaurant oder Bordell tragen - während sich die Frau zehnmal überlegt, ob sie für ihre Kinder oder sich eine ärztliche Unterstützung in Anspruch nehmen solle. Denn angenehm ist es nicht, wenn frau nur gegen Barzahlung eine Beratung und Medikamente bekommt... Notfallbehandlungen können nicht verwehrt werden,doch es gibt zig andere Erkrankungen, die kein Notfälle sind, aber mittel-oder längerfristig negative Auswirkungen haben und behandelt werden müssen. Mit den nicht bezahlten Prämien in die Ferien zu fahren, käme dieser Gruppe von Betroffenen nicht in den Sinn, weil sie nämlich froh sind, wenn sie genug Geld haben, um Lebensmittel zu kaufen.
Die Folgen der euphorisch bejubelten Liste: u.a. höherer Medikamentenkonsum, Verschleppung von Erkrankungen mit Spätfolgen, Bestrafung unschuldiger Menschen (auch Kinder), Diskriminierung und Bloss-Stellung. Statt schwarze Listen zu propagieren, wäre ein forciertes Engagement für eine kostengünstigere Grundversorgung effektiver und menschenfreundlicher: Gesundheitszentren zum Beispiel, in denen gut ausgebildetete Pflegefachleute Bagatell-Fälle und bekannte Verläufe begleiten und betreuen... und und...

 
ARGAblog: Fragwürdig PDF Drucken
Mittwoch, 13. April 2011 um 18:27 Uhr

 Ein Fall für Strafsteuern oder Nachsitzen

Einkaufszentren sind mir zuwider. Das unglaubliche, oft zweifelhafte Angebot in zigfacher Ausgestaltung, das fehlende Tageslicht und Einkaufswagen, in denen ein Rind Platz fände - dies und die Menschenansammlungen führen dazu, dass ich Einkäufe bevorzugt andernorts tätige, nämlich hier, hier und hier.
Vor ein paar Tagen liess sich ein Besuch eines solchen Grossladens (ich lasse das mit dem Link bleiben...) am Stadtrand nicht vermeiden. Während einige Menschen ihren Jahreseinkauf tätigten, war ich auf der Suche nach einer bestimmten Pflanze, wobei es sich nicht vermeiden liess, durch die ganze Garten- und Hausdekoabteilung zu marschieren. Vorbei an Türmen von österlichem Plunder: gefärbten Kunsteiern, Kränzen, Blumen, Girlanden undsoweiter, natürlich aus Plastik, assortiert mit Servietten, Tischtüchern, Vasen, Körben, Hasen, Hühnern und Vögeln. Ramsch pur. Ein paar Schritte weiter Asiaworld. Tische und Stühle für den Garten, die Terrasse oder den Balkon in fernöstlichem Stil (besser dem, was die Damen und Herren Trendforscherin und Dekorateur darunter zu verstehen meinen und dem nach Neuem lechzenden Publikum schmackhaft machen wollen...) und inmitten dieser Tische, Stühle, Bonsais, Springbrunnen, Fächer und übrigem Zierrat Buddhas aller Grössen und Ausgestaltungen: kleine, in Gruppen, mittelgrosse und fast meterhohe... Die Terrasse war letztes Jahr im amerikanischen Landhausstil möbliert, im Jahr vorher florentinisch inspiriert, dieses Jahr holen wir den Buddha neben den Grill und im Herbst, vor dem grossen Schnee, bringen wir ihn ins Brockenhaus, in den Sperrmüll oder vielleicht auf den Estrich, so lange, bis er zerfällt oder wieder angesagt ist. Denn nächstes Jahr werden es die Trommeln aus Afrika sein, im übernächsten wär wieder mal nordisch dran und dann wird es Zeit, Mexiko und seine Farben...
Fragwürdig? Ja, mehrfach sogar. Wer stellt wo zu welchen Bedingungen aus welchen Materialien solche Gegenstände her? Wie kommen sie in unser Land? Wer kauft solches? Welche Verweildauer haben diese Produkte? Und noch einige Fragen mehr... Zum Beispiel, ob es überhaupt vertretbar ist, mit Symbolen wie einer Buddhastatue so umzugehen. Was würden Sie sagen, wenn Sie in einem Supermarkt in einem asiatischen Land grosse Kreuze sähen, die als Dekoration im Garten oder auf einem Balkon verwendet würden?

 

 

 

 

 

 
ARGAblog: Alle Bücher PDF Drucken
Sonntag, 13. März 2011 um 16:28 Uhr
Einer meiner Enkel (5) beginnt, die Buchstaben zu Wörtern zusammen zu setzen. Wir sitzen beieinander, während er "liest". Plötzlich sieht er sich um, schaut die Bücherwand an und sagt: "Wenn ich lesen kann, kann ich alle Bücher lesen!". Alle Bücher lesen können - was für ein mächtiger Schritt in der Entwicklung und was für eine wunderbare Möglichkeit...
 


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